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„Digitales Fasten“ mit Fingerhäkeln?!

Geschrieben von on Januar 3, 2018
fingergehäkelter Loop

Fingergehäkelte Maschen werden sehr groß.

Können wir digital fasten? Mal abgesehen davon, dass die meisten Menschen jetzt nach Weihnachten und Silvester verstärkt über Diäten und das Fasten nachdenken: Lassen Facebook, Instagram, Youtube & Co. es überhaupt zu, sich einmal nicht in der digitalen Welt aufzuhalten?
Social-Media-fokussiert zu sein ist heute geradezu Standard geworden. Wie schnell passiert es, dass ein Gefühl der Informationsübersättigung eintritt? Wahrscheinlich nie.

 

Stricken und Häkeln sind gesund und helfen beim digitalen Entzug?!

Gibt es Menschen, die sich einmal überlegt haben, nicht nur generell, sondern vor allem digital zu fasten? In meiner Anfangszeit mit Social Media und den Blogbeiträgen gab es noch „Ruhezeiten“ und ich kümmerte mich höchstens um eingehende E-Mails. Und auch nur, wenn ich gerade den PC oder Laptop anhatte – und heute?

Erst beim Lesen der aktuellen Bitkom-Umfrage erinnere ich mich wieder daran, wie ich in einem anderen Leben mit Leichtigkeit digital abstinent war. Gleichzeitig schwirrt mir noch ein anderer Text aus einem Gesundheitsmagazin durch den Kopf, in der eine Neurowissenschaftlerin erklärt, dass Stricken gesund ist. Klar, das weiß ich aus eigener Erfahrung, aber wieso poppt dieser Gedanke gerade jetzt auf?

Für mich ist das Handarbeiten eine Ruhe-Insel – eigentlich. Ich arbeite mit meinen Händen, meinen Fingern und bin bin meist mit mir, meinen Nadeln, der Wolle und den Vorlagen allein (wenn ich nicht gerade in einem Handarbeitstreffen bin). Das Maschen-Netz-Werk entsteht in meiner Hand – hier zum Beispiel ein fingergehäkelter Loop – und bringt mich in einen nahezu meditativen Zustand. Ähnliche Achtsamkeit können auch Qigong, Tai-Chi oder Yoga bewirken.

Zumal die Neurowissenschaftlerin in dem Artikel erkannt hat, dass die Körperhaltung mit der zentriert-symmetrischen Handhaltung und den gleichmäßigen Handbewegungen gut sind für Körper, Geist, Seele, Gehirn und Psyche. In dieser totalen Konzentration auf die strickende oder häkelnde Tätigkeit, auf die entstehenden Maschenmuster und den Bewegunsrhythmus, sollte es eigentlich keinen Platz für Gedanken an den nächsten Facebook-Beitrag, eine E-Mail oder einen Blogartikel geben.

Denn hier geht es darum, kreativ mit den eigenen Händen etwas Haptisches zu schaffen, das keinen Strom, Bildschirm oder ein digitales Netzwerk braucht – eigentlich.

 

Der Informations- und Darstellungshunger bleibt

Hand mit dicker Wolle, umwickelt um die Finger

Zum Fingerhäkeln braucht es sehr dicke Wolle

So weit, so gut – Doch gibt es da einen heimlichen inneren Showmaster, der nach Fertigstellung (besser: schon während der Herstellung) des Hand-Werks gleich ein Foto vom Produkt schießen oder ein Video drehen und einen allumfassenden Beitrag in den digitalen Netzwerken des WWW präsentieren will.

Die Welt muss über dieses geniale Kunststück informiert werden – am besten sofort! Und wenn ich schon einmal auf Facebook und Instagram bin, kann ich auch gleich weiterscrollen und wiederum mich informieren, wer genau zur gleichen Zeit welch anderes Kunstwerk vollbracht hat und sei es nur ein Selfie mit den neuesten Neujahr-Gimmicks.

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